|
Geboren am 2. Juli 1944
wächst sie zusammen mit einem beinahe zwei Jahre älteren, sehr musischen
Bruder auf, behütet von einem Schauspieler-Ehepaar, das im
Nachkriegsdeutschland auch die Schattenseiten dieses Berufes leben muss.
Mit vier Jahren beginnt ihre Filmkarriere als Engelchen in „Der Brandner
Kaspar schaut ins Paradies“.
Nach humanistischem Gymnasium, einer
Studentenkurzehe, staatlicher Abschlussprüfung, geht sie erst einmal für
die Lehrjahre in die Provinz, hat das Glück, sich 1972 die Welt als
„Marie“ im „Woyzeck“ mit dem Goethe-Institut ansehen zu dürfen und
erspielt sich an verschiedenen Theatern ein großes Repertoire
klassischer und moderner Dramatiker unter zum Teil hervorragenden
Regisseuren, wie z.B. Gerd Heinz und Hans Jörg Utzerath. In der Komödie
„Das Geld liegt auf der Bank“ ist sie mit Willy Millowitsch in ihrer
ersten Fernseh-Hauptrolle zu sehen, Rainer Erler holt sie für seine
Gesellschaftssatire „Der Spot – oder fast eine Karriere“.
Es folgen
zahlreiche Film - und Fernsehproduktionen mit wiederum ganz
ausgezeichneten Regisseuren, wie Gessner, Griesmayr, Itzenplitz, Schirk
und F. P. Wirth. Sie kehrt auf die Bühne zurück, um unter Ingmar
Bergmans Regie die „Christine“ in Strindbergs „Fräulein Julie“ mit
Christine Buchegger und Michael Degen zu spielen. Im Bayerischen
Rundfunk ist sie seit über 20 Jahren in Rollen und Lesungen zu hören,
vor allem in der „Sonntagsbeilage“ von Michael Skasa. 1977 trifft sie
auf Bernhard Wicki, den ein Hauch von Düsternis umweht, verliebt sich
unsterblich in ihn und wird 23 gewaltige Jahre mit ihm leben, die
letzten fünf als seine Frau.
Zwei Filme machen sie zusammen,
Sansibar oder Der Letzte Grund
– es ist ihrer beider
glücklichste Zeit – und Das Spinnennetz, Wickis letzter Film.
Am
5. Januar 2000 stirbt Bernhard Wicki.
|
|
Für
Friedensarbeit und Völkerverständigung war Bernhard Wicki von den
Vereinten Nationen ausgezeichnet worden. Sein Credo, sein unerbittlicher
Kampf für den in seiner Würde und Rechten bedrohten Menschen, das sich
wie eine Daueraussage durch sein filmisches Werk zieht, ist sein
Vermächtnis. Es lebendig zu erhalten, das ist für Elisabeth
Wicki-Endriss ein wichtiger Brückenschlag im Bewusstsein unserer
Historie. So gründet sie 2002 den „Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V.“
und lobt den „Bernhard Wicki Filmpreis Die Brücke – Der Friedenspreis
des Deutschen Films“ aus, inzwischen eine international anerkannte,
hochkarätige Auszeichnung. Sie ruft „Die Jugendkinotage Die Brücke“ und
„Die Jugendfilmclubs“ ins Leben. Ein Modell, über das Medium Film,
Jugendliche verschiedener nationaler und kultureller Prägungen in einem
interkulturellen Dialog über eine Brücke zu führen, um vorurteilsfrei
die Zukunft unseres Landes zu bauen.
2001 beginnt sie mit der Arbeit an
einer Filmidee über ihren Mann Bernhard Wicki. Sie schreibt das Buch,
sie entschließt sich – eher widerwillig – für die eigene Produktion, sie
macht die Regie. Im Januar 2007 ist der Film „Verstörung – und eine Art
von Poesie Die Filmlegende Bernhard Wicki“ beendet. |